Erfahrungsberichte aus der Ausbildung
Sozialversicherungsfachangestellte – allg. Krankenversicherung
Im September 1999 hab ich eine Ausbildung als Sozialversicherungsfachangestellte bei der BKK der E.ON Ruhrgas AG begonnen. Ich muss gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung von unserem Sozialsystem hatte. Ich wusste, dass es ein Arbeitsamt gibt (von denen hatte ich die Adresse der Betriebskrankenkasse), dass es eine BARMER und AOK gibt (der Name war auch schon alles, was ich wusste), aber ansonsten..... Schnell – dank meines Chefs und der Ausbildungsbeauftragten - bekam ich einen Überblick, wofür eine KRANKENKASSE zuständig ist und vor allem: Warum gibt es Sie überhaupt?
Die Ausbildung an sich ist insgesamt schon recht umfangreich, aber auch sehr interessant. Ich denke, dass ist kein Beruf bei dem sich „ausruhen“ kann. Ja...man muss schon immer am Ball bleiben und lernen.
Was lernt man? Womit beschäftigt man sich?
Also, gestaffelt ist die Ausbildung in 3 Ausbildungsjahre. Die Ausbildungszeit kann auch verkürzt werden, allerdings nicht wesentlich. Bei verkürzter Ausbildungszeit hat man seine Abschlussprüfung im März des 3.Ausbildungjahres anstatt im Mai.
In den 3 Ausbildungsjahren erhält man zum einen theoretischen Unterricht (bei den BKKn sind das 2wöchige Unterrichtseinheiten in einer der BKK Akademien, einzelne Tage – sogenannte Unterweisungen – am Ausbildungsort und bei Leuten unter 21 zusätzliche die Berufsschule) sowie das praktische Lernen in der Krankenkasse. Der letzte Teil fiel bei mir leider sehr knapp aus, da ich unter 21 war und somit 2-3 mal im Jahr á 6-8 Wochen zur Berufsschule musste. Zusätzliche musste ich 2-3 mal im Jahr á 2 Wochen zur Akademie. Dazu kamen noch 6 Wochen Urlaub und die einzelnen Unterweisungen. Ich war also ein seltener Gast in meinem Ausbildungsbetrieb. Wobei ich die Berufsschulzeit nicht missen möchte. Man kann sich austauschen und bekommt wichtige Unterrichtsfächer (Sozialversicherungslehre und allg. Wirtschaftslehre) intensiver beigebracht. Diese Tatsache konnte ich durch nachfolgende Azubis feststellen, da diese nicht berufsschulpflichtig waren und sie diese Fächer in der Akademie „nebenbei“ beigebracht bekamen. Ansonsten hat man noch folgende Fächer in der Berufsschule: Rechtskunde, Politik, Rechnungswesen, Deutsch, Sport, Datenverarbeitung.
In der Akademie sind die Fächer nach Inhalten aufgeteilt (z.B. Leistungen – Rehabilitation, Arbeitsunfähigkeit, Hilfsmittel) Man bekommt dann einen Überblick über die gesetzlichen Regelungen, mit welchem Gesetzbuch man es überhaupt zu tun hat und und und. In der Krankenkasse bekommt dann, dass, was man theoretisch in der Akademie hatte, praktisch beigebracht. Z. B. Feststellen von Anspruchsvoraussetzungen, Klären von Versicherungsverhältnissen, Beantworten von Anfragen der Versicherten, Führen des anfallenden Schriftwechsels, Bearbeiten von Anträgen, Bewilligen von Leistungen, Berechnen von Leistungen oder Beiträgen, Überweisen von Sozialleistungen (z.B. Krankengeld), Prüfen von Rechnungen
Während der Ausbildungszeit arbeitet man mit folgenden Arbeitsmitteln und Materialien: Gesetzestexte (Grundgesetz, Sozialgesetzbuch), Richtlinien, Vordrucke, Computer, Telefon, Telefax, Tabellen, Statistiken
Nebenbei muss man während der gesamten 3 Ausbildungsjahre ein Berichtsheft führen. Das Berichtsheft ist eine Dokumentation, in der vom Auszubildenden notiert wird, was man den lieben langen Tag für Aufgaben hatte. Ich hab’s gehasst!
So, ich könnte jetzt Stunden weiter erzählen, aber das sprengt den Rahmen. Solltet Ihr noch Fragen haben, meldet Euch einfach bei mir!
Kontakt:
Carmen Tumuscheit:
Carmen.Tumuscheit@eon-ruhrgas.com